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Ich liebe Stinos (= stink normale Socken)!

Am liebsten stricke ich vom Bündchen an („cuff down“) mit meinem 0815 Knitpro Holznadelspiel* in 2,5cm, meist mit 60 Maschen (geht für Größe 39-42). Das Bündchen wird bei meinen Stinos im „Zwei rechts, zwei links“ Muster gestrickt … so über 5cm. Das gibt Halt am Bein. Dann ge

ht es weiter glatt rechts („stockinette“) bis zur Ferse. Die wird wie zu Omas Zeiten als dreiteilige Käppchenferse gearbeitet. Die Anleitung dazu findet ihr z.B. im genialen Sockenworkshop vom Frechverlag* oder auf dem Blog der Strickwerkstatt. Es folgen Spickel, Fuß und Bändchenspitze, die in den gleichen Quellen ausführlich beschrieben werden.

Warum Stinos toll sind:

  1. Wenn man sie ein paar Mal gemacht hat, strickt man Stinos im Autopilot Modus. Man kann sich dabei wunderbar unterhalten, fernsehen, unterrichten, im Auto mitfahren …
  2. Stinos sind ein handtaschentaugliches Mitnahmeprojekt!
  3. Mit Holznadeln kann man Stinos hervorragend im Handgepäck bei Flügen transportieren.
  4. Stinos feiern jede bunte Färbung. Wo kommt handgefärbte Wolle besser zur Geltung?
  5. Stinos kann jeder tragen, auch wenn die Hauptgarderobenfarbe nur zwischen fröhlichem Schwarz und heiterem Grau changiert. Zur Not verschwinden die bunten Fußwärmer eben in den Gothic-Boots.
  6. Stinos sind bezahlbar. Ein Knäuel Sockenwolle, ein Nadelspiel und ab dafür!
  7. Stinos kann jeder. Ich habe über Skype von Muddi gelernt, wie die Ferse geht.
  8. Stinos beeindrucken! Man schindet bei strickunkundigen Menschen sehr großen Eindruck, wenn man mit so vielen Nadeln gleichzeitig hantiert.
  9. Stinos kann man immer tragen, weil man keine „superedle“ Stücke produziert, die geschont werden müssen für den Besuch des Papstes.
  10. Stinos sind super Projekte zur Verarbeitung von Garnresten.
  11. Stinos sind ein Statement! Ich trage sie z.B. gerne beim Mobility beim Sport. Sie machen sich großartig zu fancy Markenklamotten und auch zum Schlabberlook. Rockt eure Socken!

Als ich stricken gelernt habe, dachte ich, ich würde nie NIE niemals Socken stricken. So viel Arbeit für ein Strickstück das dann kaum jemand sieht. Aber dann gab es so viel tolle Sockenwolle. Und eine Reise nach Irland, auf der ich stricken wollte. Also doch Socken. Bündchen zu Hause angeschlagen. Dabei gleich gelernt, wie man den Faden profimäßig „wirft“ („throwing“). Vorher habe ich, wie die meisten Strickanfänger, den Faden für jede Masche mühsam um die Nadel gewickelt. Jetzt also richtig, wie Muddi! In unserer Familie stricken alle „englisch“, also mit dem Faden in der rechten Hand. Mir war damals auch nicht klar, dass irgendjemand die Idee haben könnte, den Faden anders zu halten.

Bündchen fertig, Bein auch, Profistricker, sollte nun die Ferse beginnen. Im Küstenort Skibbereen in Westcork gibt es Apple Betty’s, ein Café mit WiFi. Ausgestattet mit Tee, Scone, Headset und Socke habe ich über Skype und den Atlantik von Muttern gelernt, wie die Käppchenferse gestrickt wird. Siehe da! Kein Hexenwerk! I can do it! Seither bin ich verliebt in diese simple, beeindruckende Superkraft des Sockenstrickens. Bei jeder Käppchenferse höre ich Möwen schreien und habe ein kleines bisschen Torfgeruch in der Nase. Love it!

PS: meine ersten Socken sind noch immer gut in Schuss und werden regelmäßig getragen…